Am Boden
Gottlob, der “Dreamliner”, das neue Superleicht-Passagierflugzeug, ist wieder am Boden. Zuletzt hatte ein Regengebiet den um Jahre verspäteten Jungfernflug bedroht.
Ein Regengebiet?
Boeings 787 präsentiert sich regenscheu als erstes Nach-Klimakatastrophen-Flugzeug; ein bahnbrechendes Konzept. Der dramatisch reduzierte CO2-Ausstoss wurde allerdings mit gewissen Zugeständnissen an Komfort und Flugeigenschaften bezahlt. So macht der vollmundige als “Flying Cabrio” verkaufte Verzicht auf die schwere Karosserie beim kleinsten Niederschlag Probleme. Ohnehin sind die zur mechanischen Mitarbeit eingesetzten Billigflugpassagiere meist schon nach dem steilen Startmanöver an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Und das grunzende Herumlaufen des innovativen Schweinemethan-Antriebsaggregats, so Kritiker, bringe den Airliner auch ohne Turbulenzen ins Schaukeln.
Dennoch verkaufen Verkehrspolitiker den “Dreamliner” als schlagenden Beweis, dass der Klimawandel nicht als Bedrohung, sondern als Impuls für innovatives Ingenieurwesen aufzufassen sei. Vor allem dürfte das ökologisch undiffamierbare Flugobjekt das Gewissen der Vielflieger beruhigen. Schon sind die ersten Airlines dazu übergegangen, die Heckflossen ihrer Flotten mit dem EU-Biosiegel zu schmücken.
(No. 258, 16. Dezember 2009)