Willy Landing
Ehrlich mal, liebe Berlin-Brandenburger, das hat Stil!
In Zeiten, wo jeder bessere Vorort für seine Veranstaltungsstätten einen Sponsor sucht, wo der Kölner Dom längst “Kölnflockentower” heißt und die Johannes-Heesters-Revival-Band in der Haribo-Halle in Hückeswagen auftreten muss, geht man für den ehemaligen Interflug-Hafen Schönefeld einen altmodisch-sympathisch anderen Weg. Man sucht einen honorigen Elder Statesman als Namenspatron und will sich damit unverkennbar an die Flughäfen Charles de Gaulles, John F. Kennedy und Benito Mussolini anhängen, um weltläufige Grandezza zu beweisen. Klasse!
Und wen holen wir, bitte schön, aus der staatsmännischen Mottenkiste? Den Kanzler der Einheit, Herrn Kohl? Oder den altgedienten NSDAP-Mann Kiesinger?
Nein, nein, mehr Berlin geht immer: “Ladies and Gentlemen, willkommen in Berlin-Brandenburg Internäschnell, welcome at Willy Brandt Airport!” Entgegen anderslautenden Gerüchten bleibt es aber, Kettenraucher hin oder her, beim Rauchverbot auf allen Flügen.
(No. 257, 11. Dezember 2009)