Keine Gefahr, zu keiner Zeit
Wednesday, July 9th, 2008Es rummst in einer Atomfabrik, gestern zum Beispiel in Frankreich, und bevor man überhaupt weiß, ist das jetzt schon der Super-GAU oder wird nur mal eben ein Flüsslein verstrahlt oder ein paar Arbeiter, sagen Betreiber und Behörden in zweistimmigem Wohlklang:
Entwarnung, Freunde, es besteht keine Gefahr, zu keiner Zeit.
Zwei, drei Tage später, wenn die Öffentlichkeit sich schon wieder für andere Dinge interessiert, wird eingeräumt: Na ja, na gut, die Strahlenbelastung war (gestern, in Frankreich) einhundert Mal höher als die fürs Gesamtjahr zulässige Obergrenze, aber, pfff, so schlimm ist das gar nicht.
Ganz normaler Kommunikationskrieg eben. Es sind die gleichen Leute, die in der neuen alten Atomdebatte zur Sachlichkeit, zur Emotionslosigkeit mahnen. Der Bock, der zum Gärtner gemacht wurde. Die Atomkraftwerksbetreiber, die jetzt lautstark Morgenluft wittern.
Können wir Massenvernichtungsmittel wie Plutonium hunderttausende von Jahren bombensicher aufbewahren?
Aber sicher, Freunde, ein paar Jahre sind doch schon wieder vergangen davon, ….
und es bestand keine Gefahr, zu keiner Zeit.
(No. 228, 09. Juli 2008)