Wonder Wonder
Tuesday, February 26th, 2008“Sanctorum Mater” heißt eine neue Direktive des Vatikans, die gerade bei den Katholiken Furore macht. Sie mahnt, bei Heiligsprechungen künftig mehr “Strenge und Nüchternheit” walten zu lassen.
Mal davon abgesehen, dass Nüchternheit und Heiligsprechung nicht gerade sinnverwandte Begriffe sind (ein bisschen gaga muss man schließlich schon sein, um an Wunder zu glauben): Offenbar ist es in der Vergangenheit bei der Kandidatenkür wüster zugegangen als bei “Deutschland sucht den Superstar”. Wahrscheinlich haben sich auch im Vatikan allerhand durchgeknallte Pseudoheilige beworben, die Wein in Wasser verwandeln oder bei der letzten Grillparty einen brennenden Dornbusch im Garten hatten. Klare Ansage vom heiligen Stuhl: Das reicht nicht für den Recall!
Aber auch Papst Benedikt XVI, kurz B16, muss sich wohl mehr an Jurymitglied Dieter Bohlen orientieren und öfter mal einen Bewerber barsch abbürsten. Seit Beginn seiner Amtszeit hat er ganze Reisebusse von Anwärtern ins Heiligsein durchgewunken; ein Pensum von fast 600 Kandidaten, für das sein Vorgänger JP2 noch knapp zehn Jahre gebraucht hatte.
Masse statt Klasse: so wirds nix mit dem Superwunderstar, Holy Daddy!
(No. 211, 26.02.2008)