Amongst Butterflies
Friday, September 21st, 2007Paul Weller gestern abend im Berliner Schillertheater: Yes, so will man mit 48 auch aussehen. Obwohl, dieser leichte Schwabbelring um die Hüfte, – Wellfleisch? Der Abend ist akustisch, doch Weller und sein gitarrenakrobatischer Sklave Steve Cradock brettern mit so viel Verve und Lautstärke durch ein alles andere als meditatives Programm, dass kein Mensch Schlagzeug oder Horn-Section vermisst. Geschickt im Publikum verteilt: Betrunkene Engländer, die begeistert Sprechchöre skandieren. Stadionatmosphäre! Zwischendurch nervtötende Elegien am Piano, dann wieder die befreiende Rückkehr zum Saiteninstrument: augenzwinkernde Psychedelik, komplizierte Popschnitzereien und fröhlicher Hackbrettrhythmus als Wechselbad… und immer wieder Wellers schmerzgewohnte Stimme, die alte Punk-Hohlformeln wie “Future” halb angewidert, halb einfordernd in die mitzuckende Menge schleudert.
(No. 185, 21.09.2007)