Bibermanagement
Monday, April 24th, 2006Das mit den Bibern ist so: Es gibt zu viele. Nicht da, wo Sie, geneigte Leserin, jetzt gerade weilen - aber in bestimmten Teilen Bayerns oder Brandenburgs oder so. Nun stehen die schmackhaften Biester unter Naturschutz, abschießen und genießen geht also nicht so ohne weiteres (obwohl “geräucherter Biberschwanz” bei Google fast 200 Treffer bringt) – eine konfliktfreie Lösung muss her. Es muss wohl eine Initiative des Innenministeriums gewesen sein (sonst würde sie auch Außeniative heißen), jedenfalls werden die überzähligen Biber, bevor sie größeren Schaden anrichten können, schlicht abgeschoben. Nach Tschechien, Balaklava oder Brodowin - wo auch immer ein Naturpark gerade Biber will, aber nicht hat. Weil auch das Innenministerium inzwischen als Profit Center agiert, wird natürlich dem billigsten Transporteur der Zuschlag gegeben; deshalb fliegen die Biber alle mit EasyJet. Der Einfachheit halber als normale Billigtouristen, und soll ich Ihnen was sagen: Kein Mensch merkts. Natürlich haben die Stewardessen eine besondere Zusatzausbildung, die sie cool bleiben lässt, wenn die Biber mal hinten auf dem Flugzeugklo einen Damm gebaut haben, aber im übrigen läuft alles, nomen est omen, sehr easy mit EasyJet.
Über den Naturparks werden die Biber dann mit dem Fallschirm abgeworfen; das klappt sehr präzise, weil die Biber sehr motiviert sind und den Schwanz als millimetergenaues Seitenruder einsetzen. Es hat sich auch noch kein Pilot geweigert, die Biber zu fliegen, obwohl die Piloten zum Beispiel bei Nigerianern oder Afghanen gerne mal ein bisschen rumzicken, wenn die über ihrem Bestimmungsland abgeworfen werden sollen.
(No. 75, 25.04.2006)